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Joëlle Léandre
Satiemental Journeys

Joëlle Léandre war zehn Jahre alt und mußte auf einem Hocker stehen, als sie in ihrer Heimatstadt Aix-en-Provence klassisch-konservativen Kontrabaß-Unterricht erhielt. Mit siebzehn bekam sie einen der begehrten Studienplätze am Conservatoire in Paris. Hier war alles anders: Sie lernte junge Komponisten kennen, wirkte bei zahlreichen Uraufführungen mit und entdeckte die improvisierte Musik diesseits und jenseits des Jazz. Ein erster Preis des Pariser Conservatoire öffnete ihr die Türen der großen Pariser Musikwelt, beim Orchestre de Paris, dem Orchestre Lamoureux, bei Pierre Bouiez´ "Ensemble InterContemporain" und beim Ensemble L'ltinéraire.

Dann zog es sie nach Amerika: mit einem Stipendium zunächst nach Buffalo zu Morton Feldman, später nach New York zu John Cage und in die Free-Jazz- und Down-Town-Szene Manhattans. In Amerika gab sie auch ihr erstes Solokonzert. Neben Cage zählt Giacinto Scelsi zu den prominentesten Komponisten, mit dem sie bis zuletzt eine enge Zusammenarbeit verband.

Joëlle Léandres Repertoire besteht gleichwertig aus Kompositionen und Improvisationen. Neben Stücken von Cage und Scelsi spielte sie Werke von Sylvano Bussotti, Mauricio Kagel, Luca Lombardi, Niccolò Castiglioni, lannis Xenakis, Christian Wolff, Tom Johnson, Franco Donatoni und vielen anderen. Mit fast allen bedeutenden Improvisatoren hat sie konzertiert, so mit Derek Bailey, Peter Kowald, Irene Schweizer, Fred Frith, Barre Phillips, Evan Parker, Steve Lacy, Anthony Braxton, Maggie Nicols, Lindsay Cooper, Maarten Altena, Butch Morris, Günter Sommer und John Zorn.

Joëlle Léandre - Kontrabaß
Carin Levine - Flöte
Francois Houle - Klarinette
Guy Bettini - Trompete
Melvyn Poore - Tuba
Mary Oliver - Violine
Michael Berger - Klavier
Hannes Clauß - Perkussion


Joëlle Léandre zu Satiemental Journeys
Sieben Tage, acht Personen in einem Raum, mit ihren Gedanken... außerhalb, ...in den Ferien oder in ihrer Küche?
Verschiedene Zustände, verschiedene Gefühle... Freude, Liebe, Einsamkeit... eine Reise, aber auch ein Tag oder eine Woche hier mit den anderen um dich herum oder mit dir selbst!!!
Gefühle, Bilder, Erinnerungen, gestern oder gerade jetzt... aber immer Wirklichkeit! Was ist passiert während eines Tages oder während der letzten zehn Jahre...
Diese Reise könnte ihren Sinn darin haben, jemanden zu treffen, hier oder... im Inneren, ganz dicht und sehr schnell manchmal, oder zu langsam! Taten, Gefühle, Unvereinbarkeiten. Alles wechselt... ständig; es ist wie mit den verflossenen Tagen, die so schön und so schwierig waren.
Darüber möchte ich reden.

All about jazz, New York, schreibt zum Konzert im September 2007:

Joëlle Léandre at Malcolm X and Dr. Betty Shabazz
Memorial and Educational Center


And if that set wasn’t enough, the evening began with another remarkably unique performance: bassist Joëlle Léandre’s Satiemental Journeys Octet. And where the GUO was a maelstrom, this group was a summer shower, Léandre’s chamber-like vignettes interspersed with moments of perky atonality. Inspired by Léandre’s countryman, preavant garde composer Erik Satie, the music, written in 1998, stayed mostly in the delicate, subgroupings making up much of the momentum.

The musicians — Cécile Daroux, François Houle, Guy Bettini, Melvyn Poore, Michael Berger, Mary Oliver and Hannes Clauss — often splintered off into interesting textural combinations; flute and violin, or clarinet and trumpet or even solo tuba supported by drums advanced Léandre’s melodic ideas and then stopped suddenly. Though a suite of compositions, there was a deliberate lack of continuity, at least from piece to piece. Taken together, a certain aesthetic was built that, though European in conception and execution, was a far cry from the rich bubbling of the GUO improvisation that followed. If one were to invoke a culinary metaphor, Léandre’s set was the light yet complex consommé that precedes a hearty steak béarnaise.

The music occasionally involved recitations by Léandre, spoken dramatically in French, that were more decorative that illuminating. Throughout there was a certain whimsy that made the 50-minute performance a perfect opening course.

Andrey Henkin